Hans Hass Institut für Submarine Forschung und Tauchtechnik


Forschungsprojekt Klingert

Eines unserer aktuellen, länderübergreifenden Forschungsprojekte befasst sich mit dem Tauchpionier Karl Heinrich Klingert, der um 1800 in Breslau gelebt hat, und der bahnbrechende Erfindungen für Tauchgeräte und Unterseeboote hervorbrachte.

Bereits 1998 publizierten wir die erste Biografie über diesen bislang unbekannten Techniker. Nun haben es polnische Forscher der dortigen historischen Tauchergesellschaft übernommen, unsere Biografie zu erweitern, in Polnisch zu übersetzen und den Menschen in der Region zu vermitteln. Anlass dazu ist unter anderem, dass Breslau 2016 die Europäische Kulturhauptstadt war.

 

Projektleiterin ist Frau Karina Kowalska, Direktor und Kurator des MUSEUM of DIVING in Warschau. Link hier

 

Neben einem Buch wird auch ein Comicfilm produziert, der über das Leben und die Erfindungen des Tauchpioniers Klingert berichtet.

 

Am 25. Juni 2016 wurde der historische Tauchgang von Klingert in der Oder bei Breslau mit einem Nachbau wiederholt.

 

Das HIST ist der deutsche Forschungspartner und unterstützt bei der Beschaffung, Übersetzung und Deutung von zeitgenössischen Unterlagen.

Weiterer Projektpartner ist die Historische Tauchergesellschaft.

Link hier

Foto: David L. Dekker


Link zu einem Bericht hier


Auszeichnung der Kulturhauptstadt Breslau

 

Michael Jung erhielt vom Präsidenten der polnischen Metropole Wrocklaw (Breslau), Rafał Dutkiewicz, die Ehrenmedaille der Stadt. Michael Jung hatte sich 1998 in einer technikhistorischen Funktionsstudie mit einem über 200 Jahre alten Konzept für einen damals als „Tauchermaschine“ benannten Helmtauchanzug und der Biografie seines aus Breslau stammenden Erfinders Karl-Heinrich Klingert, ausführlich befasst. Klingert stellte seine „Tauchermaschine“ am 24. Juni 1797 Gutachtern bei einem Tauchgang in der Oder bei Breslau vor, hielt aber die wesentlichen technischen Details  geheim. Aufgrund der kulturellen und geographischen Historie Polens blieben sowohl der Erfinder, als auch seine richtungsweisenden Apparaturen in Polen lange unbekannt, bis Michael Jung sie 1998 erstmals wieder in den Blickpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit brachte und mit Hilfe technisch-historischer Recherchen die Funktionalität des damaligen Taucheranzuges detailgetreu in einer Veröffentlichung rekonstruierte und so „wiederbelebte“. Basierend auf der Funktionsstudie von Michael Jung und den historischen Beschreibungen Karl-Heinrich Klingerts unternahm ein Forscherteam den Versuch, jenen historischen Taucheranzug mit samt allem technischen Zubehör, nachzubauen. Der Testtauchgang wurde am 25. Juni 2016 am Originalschauplatz unter großer Aufmerksamkeit der Bevölkerung und großem medialem Interesse erfolgreich wiederholt, und damit die inzwischen 18 Jahre alte Studie von Michael Jung bestätigt. 

 


Forschungsprojekt Kreeft

Das Deutsche Meeresmuseum Stralsund widmete sich dem Internationalen Museumstag 2019 mit Aktionen rund um das Thema Tauchen. Höhepunkt war dabei die Vorführung des Nachbaus die historischen Tauchmaschine von Peter Kreeft in einem Tauchcontainer.

 

Kreeft konzipierte den damals ersten Ganzkörpertauchanzug, welcher geschlossen war und den Taucher mit Luft versorgte. Der Grund für die Entwicklung dieser Tauchmaschine war die Bergung von wertvoller Fracht aus einem gesunkenen Schiff.

 

Nach gut anderthalb Jahren Entwicklungs- und Konstruktionszeit ist der Nachbau dieses historischen Tauchanzugs gelungen. Er ist heute im NAUTINEUM, dem Standort des Deutschen Meeresmuseums auf dem Stralsunder Dänholm, zu sehen sein.

 

Über die bei dem Nachbau und dem Einsatz gewonnenen Erkenntnisse wurde in Publikationen berichtet.